Dr. Nicolas Haffner · Behandlungsspektrum

Wirbelsäule & Rücken

Behandlung und Therapie von Wirbelsäulenbeschwerden – von der Bandscheibenvorwölbung über den Bandscheibenvorfall bis zur Spondylarthrose, ganzheitlich abgeklärt im MIO Medizin in Ober St. Veit.

Wirbelsäule & Rücken

Rückenbeschwerden gehören zu den häufigsten Gründen für einen Arztbesuch. Die Ursachen reichen von einer beginnenden Bandscheibenveränderung über einen echten Bandscheibenvorfall bis hin zu degenerativen Prozessen an den kleinen Wirbelgelenken. Entscheidend ist, ob nervale Strukturen mitbetroffen sind – und genau das steht am Anfang jeder Abklärung.

In den allermeisten Fällen lassen sich Wirbelsäulenbeschwerden konservativ behandeln. Eine Operation ist Ausnahmefällen vorbehalten. Im Folgenden finden Sie die häufigsten Krankheitsbilder im Bereich der Wirbelsäule sowie die wichtigsten manuellen Behandlungsmethoden.

Krankheitsbilder & Behandlungsmethoden

Protrusio (Bandscheibenvorwölbung)

Eine Protrusio beschreibt eine Vorwölbung der Bandscheibe. Durch eine beginnende Gefügestörung und Höhenminderung der Bandscheibe (Chondrose) wölbt sich diese meist nach hinten in Richtung Spinalkanal vor. Eine Protrusio verursacht in der Regel keine Beschwerden, solange sie keinen Druck auf nervale Strukturen ausübt.

Diagnostik

Zunächst werden Röntgenbilder des betroffenen Wirbelsäulenabschnittes angefertigt. In diesen kann bereits durch eine indirekte Höhenminderung des Bandscheibenraumes der Verdacht auf eine beginnende Bandscheibenproblematik gestellt werden. Im weiteren Verlauf – zwingend allerdings nur bei ausstrahlenden oder anhaltenden Beschwerden – kann eine MRT veranlasst werden.

Therapie

Die Therapie richtet sich nach dem Beschwerdebild. Sollten Beschwerden vorhanden sein, lassen sich diese zumeist mit manuellen Techniken, Osteopathie, dem Fasziendistorsionsmodell (FDM), Physiotherapie sowie gezieltem Muskelaufbau behandeln.

Prolaps & Lumboischialgie

Definition

Im Unterschied zur Protrusio, bei welcher sich Bandscheibengewebe breitbasig vorwölbt, handelt es sich bei einem Prolaps um einen echten Bandscheibenvorfall. Dieser kann noch Kontakt zur eigentlichen Bandscheibe haben oder vollkommen losgelöst von dieser (sequestriert) auf nervale Strukturen drücken – entweder im Bereich des seitlichen Nervenaustritts (Neuroforamen- bzw. Recessusstenose) oder zentral im Bereich des Spinalkanals (Spinalkanalstenose bzw. Vertebrostenose).

Klinik und Diagnostik

Je nach Höhe der Bandscheibenschädigung und Lage des Vorfalls können unterschiedliche Ausstrahlungen bestehen. Bandscheibenschäden der Lendenwirbelsäule verursachen zumeist ausstrahlende Schmerzen in die Beine, wohingegen Vorfälle der Halswirbelsäule (HWS) zumeist in Ausstrahlungen in die Arme resultieren. Bei zentraler Lage des Bandscheibenvorfalls mit Einengung des Spinalkanals ist die Zuordnung nicht mehr so klar; unterschiedliche Störungen unterhalb des betroffenen Segments können auftreten.

Neben einer gründlichen orthopädischen Untersuchung empfiehlt es sich, auch einen neurologischen Status zu erheben. Bei gleichmäßiger Druckschädigung eines gemischten Nervs (sensibel und motorisch) kommt es in der Regel zunächst zu einem Ausfall der sensiblen Fasern, was sich klinisch in einem verminderten oder veränderten Gefühl (Hypästhesie oder Parästhesien) bemerkbar macht. In weiterer Folge kann der sensible Anteil seine Funktion auch komplett einstellen (Anästhesie). Die motorischen Fasern werden erst bei stärkerer Druckschädigung betroffen. Sollten diese mitbetroffen sein und eine Lähmung bestehen, muss eine neurochirurgische Operation erwogen werden. In den meisten Fällen ist eine Operation allerdings nicht nötig.

Therapie

In den allermeisten Fällen ist eine gezielte Physiotherapie mit Muskelaufbau – nach initialer Beseitigung oder Reduktion des Schmerzes durch schmerz- und entzündungshemmende Medikamente – ausreichend. Unterstützend können Osteopathie, traditionelle chinesische Medizin und FDM wirken. Gerade in der Anfangsphase gilt es, dem Patienten die notwendige Sicherheit und das Vertrauen in den eigenen Körper zurückzugeben. Oberstes Ziel muss es sein, chronische Schmerzen – welche immer schwerer zu behandeln sind als akute – so gut wie möglich zu vermeiden. Ein gutes Einvernehmen zwischen Patient und Arzt bzw. Therapeut ist ein wesentlicher Teil des Behandlungserfolges.

Sollten die Beschwerden trotz intensiver Therapie nicht besser werden, kann auch ohne neurologische Defizite eine Bandscheibenoperation angedacht werden. Diese sollte meiner Ansicht nach allerdings nur bei hartnäckigen ausstrahlenden Schmerzen und dann nach einer vorherigen diagnostischen bzw. therapeutischen Nervenwurzelblockade durchgeführt werden. Der reine Rückenschmerz ist einer operativen Therapie meist nicht zugänglich und führt durch die operative Schwächung der Rückenmuskulatur eher noch zu einer Verschlechterung der Beschwerden.

Spondylarthrose & Osteochondrose

Definition

Die Spondylarthrose beschreibt die degenerativen Begleitprozesse der kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke).

Klinik und Diagnose

Im Rahmen der Abnützung kann es zu knöchernen Anbauten an den Gelenken und zur Ergussbildung kommen. Beides kann Anlass für Schmerzen sein. Die Schmerzen werden in der Regel durch Überstreckung und Kompression, also axiale Belastung der Wirbelsäule, verstärkt. Die Anbauten können ihrerseits Anlass zu einer knöchernen Einengung des Neuroforamens oder des Spinalkanals geben. Sollte mit höherem Alter zusätzlich eine altersbedingte Bandscheibenschädigung vorliegen (Chondrose mit Vorwölbung oder Vorfall), wird diese Einengung noch verstärkt – die nervalen Strukturen werden sprichwörtlich von vorne und hinten in die Mangel genommen.

Im Rahmen der reinen Höhenminderung der Bandscheibe (Chondrose) kommt es im weiteren Verlauf auch zu Begleitreaktionen der darüber- und darunterliegenden Grund- und Deckplatten der benachbarten Wirbelkörper. Aufgrund der reduzierten Stoßdämpferwirkung der veränderten Bandscheibe kommt es an den knöchernen Strukturen zu einer Mehrbelastung, was sich radiologisch in einer Verdichtung bzw. Sklerose bemerkbar macht. Man spricht dann von einer Osteochondrose.

In den meisten Fällen reicht ein Nativröntgen der Wirbelsäule aus. In der Regel wird der betroffene Wirbelsäulenabschnitt in zwei Ebenen abgelichtet. Ich empfehle zumeist, um eine etwaige Gefügelockerung mitzuerfassen, auch die Durchführung von sogenannten Funktionsaufnahmen (Vorwärts- und Rückwärtsneigung). Bei hartnäckigen Beschwerden oder bei Ausstrahlung in die Extremitäten kann eine MRT durchgeführt werden.

Therapie

In den allermeisten Fällen führen konservative Maßnahmen zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden. Die einzelnen Maßnahmen umfassen in erster Linie Physiotherapie mit dem Ziel der Wiederherstellung der Beweglichkeit und gleichzeitigem Muskelaufbau, Verhaltensmaßregeln und Belastungsmodifikationen, Osteopathie, TCM und FDM. Neben schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten und Muskelrelaxantien (Co-Analgetika) können auch physikalische Anwendungen appliziert werden. Eine Operation ist nur in Ausnahmefällen (höhergradige neurologische Defizite oder Instabilität) notwendig.

Osteopathie

Osteopathie ist eine von Dr. Andrew Taylor Still begründete Form der Behandlung, welche grundsätzlich auf drei Teilbereichen aufbaut: der craniosacralen, der viszeralen (die Eingeweide betreffenden) und der strukturellen Osteopathie, welche sich in erster Linie mit Blockaden von Gelenken und mit Muskelverspannungen beschäftigt. Letztere hat viele Gemeinsamkeiten mit anderen manuellen Techniken; auch die Chiropraktik ist zu großen Teilen aus der Osteopathie entstanden.

Die Osteopathie ist eine ganzheitliche Methode, welche sich zur Diagnose und Therapie der Hände des Therapeuten bedient. Ziel der Behandlung ist es, die Beweglichkeit der einzelnen Strukturen wiederherzustellen. Im Vordergrund steht dabei, die inhärenten Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Durch diese soll der Körper aus der vermeintlichen Dekompensation (Auslenkung) wieder in seine Kompensation (innere Balance) finden.

Fasziendistorsionsmodell (FDM)

Viele Menschen kennen und vertrauen mittlerweile auf die heilende Wirkung der Osteopathie. Vergleichsweise unbekannt ist, dass es eine weitere sehr effektive Therapieform gibt, die seit einigen Jahren erfolgreich vor allem im Spitzensport eingesetzt wird: das Fasziendistorsionsmodell, kurz FDM.

FDM ist eine relativ neuartige Behandlungsmethode, die bei Beschwerden des Bewegungsapparates sehr rasch wirkt. Durch Ausübung von punktuellem Druck und spezifischen Zugbewegungen macht der Therapeut Formveränderungen des Bindegewebes rückgängig und kann Schmerzen dadurch meist sehr effektiv – oft schon nach einer Therapiesitzung – beseitigen. Wie der Name erahnen lässt, ist die Schlüsselstruktur der Behandlung die Faszie: die natürliche Umhüllung eines Muskels, welche in erster Linie ein möglichst reibungsfreies Gleiten der einzelnen Muskelgruppen untereinander ermöglicht. Bei Verklebungen oder Dysfunktionen ist dies nicht mehr uneingeschränkt und vor allem nicht schmerzfrei möglich, weshalb die Therapie darauf abzielt, diese Verklebungen oder Störungen zu lösen. Die Entscheidung, welche Technik angewendet wird, richtet sich dabei nach der Körpersprache des Patienten.

FDM wurde von dem amerikanischen Arzt Dr. Stephen Typaldos entwickelt, um die Effektivität bisher bekannter Behandlungsmethoden zu erhöhen. So können Beschwerden aus dem orthopädischen und traumatologischen Bereich wie z. B. Rückenschmerzen, Zerrungen, Verstauchungen und Verrenkungen unterschiedlichster Art oft sehr rasch gelindert werden.

Häufige Fragen

Für einen Termin als Wahlarztpatient:in ist keine Überweisung erforderlich – Sie können direkt einen Termin vereinbaren. Für bestimmte Untersuchungen kann eine Zuweisung sinnvoll sein; das besprechen wir individuell im Rahmen der Ordination.

In den meisten Fällen nicht. Ein Bandscheibenvorfall lässt sich überwiegend konservativ behandeln – mit Physiotherapie, gezieltem Muskelaufbau, Osteopathie und Schmerztherapie. Eine Operation wird vor allem bei neurologischen Ausfällen oder hartnäckigen ausstrahlenden Schmerzen erwogen.

Bringen Sie bitte vorhandene Befunde sowie Röntgen-, MRT- oder CT-Bilder Ihrer Wirbelsäule mit, außerdem eine Liste Ihrer aktuellen Medikamente.

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