Dr. Nicolas Haffner · Behandlungsspektrum

Hüftschmerzen

Behandlung und Therapie von Hüftbeschwerden – von der Coxarthrose über Nervenengpässe bis zu Muskel- und Sehnenreizungen, ganzheitlich abgeklärt im MIO Medizin in Ober St. Veit.

Hüftschmerzen

Schmerzen im Bereich der Hüfte haben sehr unterschiedliche Ursachen. Am bekanntesten ist der Gelenkverschleiß, die Coxarthrose – doch auch eingeengte Hautnerven, verspannte Muskeln oder gereizte Sehnen können sich als Hüft-, Leisten- oder Gesäßschmerz äußern und werden mitunter mit einem Bandscheibenproblem verwechselt.

Eine genaue Abklärung steht daher am Anfang jeder Behandlung. Gerade in Frühstadien lassen sich viele Hüftbeschwerden konservativ behandeln. Im Folgenden finden Sie die häufigsten Krankheitsbilder im Bereich der Hüfte.

Behandelte Krankheitsbilder

Coxarthrose & Hüftgelenkersatz

Definition

Coxarthrose ist definiert als Arthrose des Hüftgelenkes. Sie beschreibt degenerative Veränderungen am Gelenksknorpel sowie am umliegenden Knochen, welche klinisch zunächst mit belastungsabhängigen Schmerzen einhergehen. Im weiteren Verlauf der Abnützung kommt es zunehmend auch zu Bewegungseinschränkungen und Ruheschmerzen. Schmerzen können zudem durch eine sogenannte „Aktivierung“ der Arthrose – z. B. durch einen Sturz oder spontan – entstehen. In diesen Fällen spricht man von einer aktivierten Arthrose, welche meist mit Schwellung, Überwärmung und Zunahme der Schmerzen einhergeht.

Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk und gehört zu den größten Gelenken des menschlichen Körpers. Es setzt sich aus dem Hüftkopf und der Hüftpfanne (Azetabulum) zusammen. Bei einem gesunden Hüftgelenk sind Hüftkopf und -pfanne mit einer Knorpelschicht überzogen, die ein Gleiten der Gelenkteile ermöglicht und Krafteinwirkungen dämpft. Die beiden Gelenkspartner werden von einer Gelenkskapsel umschlossen; zur Vergrößerung der Gelenksfläche gibt es zudem eine faserknorpelige Gelenkslippe, das Labrum acetabulare.

Man unterscheidet prinzipiell zwei Arten: die primäre (idiopathische) und die sekundäre Coxarthrose. Die primäre Coxarthrose beginnt gewöhnlich ohne bekannte Ursache nach dem 60. Lebensjahr. Ursache einer sekundären Coxarthrose können Fehlstellungen des Hüftgelenks (Hüftdysplasie), rheumatische und bakterielle Entzündungen sowie Spätfolgen von Verletzungen sein. Eine weitere bedeutende Ursache ist das femoroacetabuläre Impingement: Dabei kommt es entweder durch eine vermehrte Überdachung der Pfanne („Pincer“) oder durch Anbauten am Schenkelhals („Cam“) zu einem Anschlagen des Hüftkopfes am Pfannenrand, was die Gelenkslippe schädigt und zu einer frühzeitigen Abnützung führt. Auch Übergewicht, Überbelastung und Stoffwechsel- oder neurologische Erkrankungen können Abnützungserscheinungen begünstigen.

Diagnose

Am Anfang der Abnützung stehen belastungsabhängige Beschwerden in der Leiste und am seitlichen Oberschenkel, gelegentlich auch im Bereich des Gesäßes. Im weiteren Verlauf kommen Bewegungseinschränkungen und Ruheschmerzen hinzu. Patienten klagen meist über Beschwerden beim Gehen, Treppensteigen oder beim Anziehen von Schuhen und Strümpfen; im fortgeschrittenen Stadium führt dies zu einem deutlichen Schmerzhinken. Bei der klinischen Untersuchung zeigt sich ein Leistendruckschmerz; charakteristischerweise sind schon im Frühstadium das Einwärtsdrehen, das Abspreizen sowie die Überstreckung des Beines im Sinne eines Kapselmusters eingeschränkt.

Eine Beckenübersichtsaufnahme im Stehen und eine Röntgenaufnahme der betroffenen Hüfte in zwei Ebenen sind in den meisten Fällen für eine Diagnose ausreichend. Im Frühstadium sollte zum Ausschluss eines femoroacetabulären Impingements bzw. von Labrumpathologien oder einer Hüftkopfnekrose auch eine MRT erwogen werden. Im Röntgenbild zeigen sich bei einer Coxarthrose eine Gelenkspaltverschmälerung, Knochenanbauten (Osteophyten), Geröllzysten sowie eine subchondrale Sklerosierung.

Therapie

Vor allem in Frühstadien sollte zuerst immer eine konservative Therapie angewendet werden. Diese beinhaltet Gewichtsabnahme bei Übergewicht, medikamentöse und physikalische Therapie sowie moderate, hüftgelenksschonende Bewegung wie Schwimmen, Radfahren und Walken. Sportarten mit erhöhter Sprungbelastung sowie abrupten Richtungswechseln sollten eher vermieden werden. Oberstes Ziel ist der Erhalt von Muskulatur und Beweglichkeit. Zur medikamentösen Therapie stehen orale Schmerzmittel (NSAR) und lokale Infiltrationen mit Kortison zur Verfügung.

Nur wenn diese konservativen Methoden nicht zum gewünschten Erfolg führen, ist ein operativer Eingriff – zumeist der endoprothetische Gelenkersatz – notwendig. Bei Labrumpathologien sowie dem femoroacetabulären Impingement kann in jungen Jahren auch eine Hüftarthroskopie vorgenommen werden. In Fällen einer fortgeschrittenen Erkrankung stellt die Totalendoprothese den Goldstandard dar. In den letzten Jahren haben sich mehr und mehr minimal-invasive Verfahren durchgesetzt, wobei „minimal-invasiv“ vor allem der Schonung der Muskulatur und weniger der Schnittlänge geschuldet ist. Bezüglich der verwendeten Materialien und der unterschiedlichen Zugangswege berate ich Sie gerne in meiner Ordination.

Meralgia paraesthetica (Bernhardt-Roth-Syndrom)

Definition

Das Syndrom zählt zu den Nervenengpasssyndromen und beschreibt eine Kompression bzw. Einengung des rein sensiblen Hautnervs an der Oberschenkelaußenseite (Nervus cutaneus femoris lateralis, ein Ast des Plexus lumbalis). Betroffene leiden teils unter brennenden Schmerzen bzw. Missempfindungen bis hin zu Taubheitsgefühlen am vorderen und seitlichen Oberschenkel. Männer sind etwa dreimal häufiger betroffen. Das Zustandsbild kann durch Stoffwechselerkrankungen wie z. B. Diabetes begünstigt werden. Speziell langes Stehen bei überstrecktem Hüftgelenk kann zu einer Dehnung des Nervs und dadurch zu einer Verschlechterung der Symptome führen.

Linderung tritt hingegen meist im Sitzen auf. Häufig werden die Beschwerden durch mechanische Irritation wie zu enge Kleidung – etwa zu fest sitzende Jeans oder Gürtel – verursacht. Sowohl Übergewicht (durch eine Fettschürze) als auch Untergewicht (durch fehlende Isolation des Nervs im Unterhautbindegewebe) können auslösend oder begünstigend wirken.

Therapie

Die Therapie erfolgt zunächst immer konservativ. Zu enge Kleidung sollte auf jeden Fall vermieden werden. Bei Übergewicht ist eine Gewichtsreduktion ratsam. Gelegentlich kann eine diagnostische und therapeutische Infiltration des Nervs – entweder blind oder ultraschallgezielt – Abhilfe schaffen. Eine Operation mit Freilegung des sensiblen Nervs ist nur in therapierefraktären Fällen notwendig.

Musculus-piriformis-Syndrom

Definition

Der Musculus piriformis liegt unter der Gesäßmuskulatur zwischen Kreuzbein und Oberschenkel und zählt zu den Muskeln der Hüftmuskulatur. Er stellt die anatomische Leitstruktur des Plexus sacralis (Kreuzbeingeflecht) dar. Der Muskel neigt zu schmerzhaften Verspannungen oder Verkürzungen und führt dann zu meist ins Gesäß oder in den hinteren Oberschenkel ausstrahlenden Schmerzen.

Häufig werden diese Schmerzen mit ausstrahlenden Rückenschmerzen (Lumboischialgie) oder Ischiasschmerzen verwechselt, weshalb auch von einer Pseudoischialgie gesprochen wird. Mögliche Ursachen sind langes Sitzen – vor allem wenn das Becken seitlich verkippt wird, wie es bei einer Geldbörse in der Gesäßtasche der Fall sein kann – sowie falsches Heben von Gegenständen.

Diagnose

Schmerzhafte Hüftirritationen sowie Schmerzen beim seitlichen Ausstrecken (Abduktion) und beim Außendrehen (Außenrotation) des Beines gegen Widerstand sowie eine Druckempfindlichkeit des Muskels sind deutliche Hinweise auf ein Musculus-piriformis-Syndrom. In der manuellen Medizin, speziell im Fasziendistorsionsmodell (FDM), wird häufig von einem herniierten Triggerpunkt im Bereich des Gesäßes gesprochen.

Therapie

Die Injektion von Schmerzmitteln (Lokalanästhetikum) mit einer geringen Dosis Kortison kann Abhilfe schaffen. Zusätzlich helfen Physiotherapie, allen voran die Dehnung des Musculus piriformis bzw. exzentrische Belastung und isometrische Übungen. Auch die Triggerpunktbehandlung hat sich als sehr effektive Therapie herauskristallisiert.

Psoassyndrom (Psoasreizung)

Definition

Die Psoasreizung bzw. das Iliopsoas-Syndrom beschreibt eine Reizung des Musculus iliopsoas, welcher von der Lendenwirbelsäule über die Leiste am Vorderrand des Hüftgelenks am kleinen Rollhügel des Oberschenkels (Trochanter minor) ansetzt. Im Bereich des Hüftgelenkes liegt zwischen Musculus pectineus und Iliopsoas ein Schleimbeutel (Bursa iliopectinea), dessen Aufgabe es ist, die Reibung zwischen den Muskeln und dem Knochen zu minimieren. Im Falle einer Reizung kommt es vielfach zu einer Schleimbeutelentzündung mit Ergussbildung. Durch die Lage und den engen Bezug zu Nerven sowie inneren Organen (Niere und Blinddarm) kann eine Reizung teils ausstrahlende Schmerzen verursachen. Das Syndrom wird entweder durch Überlastung oder durch eine falsche Belastung ausgelöst. Immer wieder findet man eine solche Reizung auch nach Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes.

Diagnose

In der Anfangsphase stehen Schmerzen beim Beugen des Hüftgelenkes gegen Widerstand im Vordergrund. Weiters ist das Überstrecken der Hüfte schmerzhaft. Im fortgeschrittenen Stadium bzw. bei deutlicher Ergussbildung kann es zu einer Beugeschonhaltung des Hüftgelenkes kommen. Differentialdiagnostisch müssen Probleme des Iliosakralgelenkes, ein Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule sowie Erkrankungen von Darm oder Niere ausgeschlossen werden.

Therapie

Wie bei fast allen Überlastungen oder Reizungen von Muskeln richtet sich die Therapie nach der Schwere der Symptome. In der Akutphase stehen Belastungsmodifikation und Schmerzlinderung im Vordergrund. Dies kann mit der Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten oder der Infiltration eines Lokalanästhetikums mit oder ohne Glukokortikoid erfolgen. In Anlehnung an die sportmedizinische Behandlung von Muskelfaserrissen erfolgt die Behandlung nach der PECH-Regel (Pause, Eis, Compression, Hochlagern). Im weiteren Verlauf ist eine gezielte Physiotherapie anzustreben, bei welcher ein gezielter Muskelaufbau in Kombination mit exzentrischer Belastung im Vordergrund steht. Auch manuelle Techniken aus Osteopathie, manueller Medizin und FDM können sehr hilfreich sein.

Häufige Fragen

Für einen Termin als Wahlarztpatient:in ist keine Überweisung erforderlich – Sie können direkt einen Termin vereinbaren. Für bestimmte Untersuchungen kann eine Zuweisung sinnvoll sein; das besprechen wir individuell im Rahmen der Ordination.

Nicht zwangsläufig. Vor allem in Frühstadien steht die konservative Therapie im Vordergrund. Erst wenn konservative Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg führen, ist ein operativer Eingriff – zumeist der endoprothetische Gelenkersatz – notwendig.

Bringen Sie bitte vorhandene Befunde sowie Röntgen- oder MRT-Bilder Ihrer Hüfte mit, außerdem eine Liste Ihrer aktuellen Medikamente.

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