Dr. Nicolas Haffner · Behandlungsspektrum

Fuß & Sprunggelenk

Behandlung und Therapie von Fuß- und Sprunggelenksbeschwerden – von Fehlstellungen über Überlastungssyndrome bis zu Verletzungen, ganzheitlich abgeklärt im MIO Medizin in Ober St. Veit.

Fußschmerzen

Spreizfuß, Senkfuß, Plattfuß, Hallux valgus, Fersensporn, Großzehengrundgelenksarthrose, Achillessehnenprobleme – Schmerzen im Fuß sind so vielfältig wie ihre Ursachen. Fehlstellungen, Überbelastung oder auch Verletzungen können Auslöser der Beschwerden sein.

In den allermeisten Fällen reichen konservative Maßnahmen aus, um die Beschwerden zu lindern oder zu lösen. Unterstützend können Einlagen oder Orthesen erforderlich sein. Sollten konservative Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg bringen, können operative Eingriffe erwogen werden. Im Folgenden finden Sie die häufigsten Krankheitsbilder im Bereich von Fuß und Sprunggelenk.

Behandelte Krankheitsbilder

Sprunggelenksverletzungen

Was ist eine Sprunggelenksverletzung?

Häufig handelt es sich bei einer Sprunggelenksverletzung um eine Zerrung oder einen Riss des Kapselbandapparates außenseitig am oberen Sprunggelenk (Außenbandruptur des oberen Sprunggelenks), verursacht durch ein sogenanntes Supinationstrauma – also ein Umknicken des Fußes nach innen.

Diagnose

Zunächst kommt es zu einer starken, druckempfindlichen und schmerzhaften Schwellung sowie einem Bluterguss (Hämatom) im Bereich des Außenknöchels. Zudem kann eine Instabilität mit einem vermehrten seitlichen Aufklappen sowie einem vermehrten Talusvorschub bestehen. Im Röntgenbild wird das Ausmaß der Verletzung ersichtlich. Bei Verdacht auf eine Knorpelverletzung (Knorpelläsion) sollte auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden.

Therapie

Anfangs sollte das betroffene Bein hochgelagert und gekühlt werden. Danach erfolgt die Versorgung mittels einer Sprunggelenksschiene (Orthese) und anschließend ein Training von Gleichgewicht, Stabilität und Körperwahrnehmung (Propriozeption) sowie der Wadenbeinmuskulatur (peroneale Muskelgruppe). Bleiben Beschwerden und/oder die Instabilität des Sprunggelenks weiterhin bestehen (rund 10 bis 20 %), ist eine operative Rekonstruktion des Kapselbandapparates möglich.

Arthrose im oberen Sprunggelenk

Was ist eine Arthrose im oberen Sprunggelenk?

Arthrosen des oberen Sprunggelenkes treten – im Unterschied zu Arthrosen des Hüft- und Kniegelenkes – in erster Linie posttraumatisch auf (rund 80 %). Die übrigen Fälle sind meist ebenfalls sekundärer Genese, aufgrund rheumatischer Erkrankungen oder nach Infekten (postinfektiös).

Diagnose

Nach der klinischen Untersuchung reicht meist ein Röntgen des oberen Sprunggelenkes in zwei Ebenen aus, um die Diagnose zu stellen. Bei speziellen Fragen können zusätzliche Schnittbildverfahren (CT oder MRT) angewandt werden.

Therapie

Anfangs stehen konservative Maßnahmen im Vordergrund. Neben physikalischen Therapien und lokalen sowie systemischen medikamentösen Therapien stehen bei Arthrosen des oberen Sprunggelenks Schuhzurichtungen im Sinne einer sogenannten Wiege zur Erleichterung des Abrollvorganges, Einlagen, Pufferabsätze und bei begleitenden Instabilitäten gegebenenfalls auch Orthesen zur Verfügung.

Sollten diese Therapien nicht mehr den gewünschten Erfolg erzielen, wird eine Operation angeraten. In Fällen, in denen eine solche nicht erwünscht oder nicht durchführbar ist, bleibt eine dauerhafte orthopädische Schuhversorgung. Im Falle einer Operation wird meistens eine Versteifung (Arthrodese) des oberen Sprunggelenkes durchgeführt – entweder mittels gekreuzter Schrauben oder mittels Platten. Alternativ besteht die Möglichkeit eines Gelenkersatzes durch Implantation einer Endoprothese. Die Prothesen im Bereich des oberen Sprunggelenks haben allerdings noch nicht die Haltbarkeit, wie wir sie von Prothesen des Hüft- und Kniegelenkes kennen. Der Vorteil der Endoprothese gegenüber einer Arthrodese ist die Erhaltung der Beweglichkeit – dieser Vorteil kommt allerdings zum Preis einer geringeren Stabilität sowie des Risikos von Folgeoperationen nach etwa zehn Jahren.

Syndesmosen-Ruptur

Was ist eine Syndesmosen-Ruptur?

Die Syndesmose ist eine Bandverbindung zwischen Schienbein (Tibia) und Wadenbein (Fibula). Im Bereich des Unterschenkels kommt es vor allem beim Fußball und bei Kontaktsportarten zu Verletzungen der Syndesmose. Der Unfallmechanismus besteht dabei in einer Kombinationsbewegung aus Dorsalextension und Außenrotation oder In- und Eversion des Fußes. Diese Verletzung kann entweder isoliert oder in Kombination mit knöchernen oder ligamentären Verletzungen der Knöchel vorkommen.

Diagnose

Vor allem isolierte Verletzungen der Bandhaft werden nicht selten übersehen. Klinisch steht ein Druckschmerz im Bereich des distalen Tibiofibulargelenkes ungefähr 4 cm oberhalb des Gelenksspaltes des oberen Sprunggelenkes im Vordergrund. Weiters können der Frick-Test und der Squeeze-Test die Diagnose erhärten. Ersterer beschreibt eine schmerzhafte passive Dorsalextension im oberen Sprunggelenk, bei Letzterem wird ein Schmerz bei Kompression von Schien- gegen das Wadenbein ausgelöst. Neben dem konventionellen Röntgen, welches in erster Linie dem Ausschluss von Begleitverletzungen dient, kann zusätzlich eine MRT hilfreich sein.

Therapie

Die Therapie erfolgt operativ mit Reposition des Wadenbeines durch Stellschrauben oder spezielle Implantate (TightRope). Die Nachbehandlung besteht in einer sechswöchigen Gips- oder Walker- bzw. Orthesenbehandlung mit Entlastung der operierten Extremität. Im weiteren Verlauf ist eine zunehmende Belastung unter physiotherapeutischer Anleitung möglich. Speziell bei Schrauben muss auf die Gefahr des Schraubenbruches bei frühzeitiger Belastung hingewiesen werden; es empfiehlt sich daher in den meisten Fällen eine Entfernung des Osteosynthesematerials nach etwa sechs Wochen.

Sinus-Tarsi-Syndrom

Was ist ein Sinus-Tarsi-Syndrom?

Schmerzen am äußeren (lateralen) Fußrand vor und unter dem Außenknöchel, die vor allem bei Belastung und selten in Ruhe auftreten, können auf ein Sinus-Tarsi-Syndrom hinweisen. Die Bezeichnung gleicht einem Sammelsyndrom, hinter dem sich unterschiedliche Ursachen verbergen.

Diagnose

Zur Diagnose erfolgt eine diagnostische bzw. therapeutische Infiltration in den Sinus tarsi. Im Falle eines Sinus-Tarsi-Syndroms sollte diese zu einer schlagartigen Besserung der Beschwerden führen. Ergänzend wird ein Röntgen in zwei Ebenen durchgeführt.

Therapie

Empfohlen werden wiederholte Infiltrationen sowie zusätzliche Physiotherapie mit Schwerpunkt auf Gangschulung und Training der Unterschenkelmuskulatur. Eine Operation ist nur in Ausnahmefällen notwendig.

Tarsaltunnel-Syndrom

Was ist ein Tarsaltunnel-Syndrom?

Ähnlich wie bei der Meralgia paraesthetica und dem Karpaltunnelsyndrom handelt es sich beim Tarsaltunnel-Syndrom um ein Nervenengpasssyndrom am Fuß. Hierbei kommt es zu einer mechanischen Reizung des Schienbeinnervs (Nervus tibialis posterior). Verletzungen, zu enges Schuhwerk sowie gegebenenfalls Fußfehlstellungen stellen die häufigsten Ursachen dieses Syndroms dar.

Diagnose

Klinisch stehen – wie bei den anderen Engpasssyndromen – Schmerzen und Missempfindungen wie Kribbeln und Taubheitsgefühl am inneren Fußrand im Vordergrund. Die Schmerzen können nachts verstärkt auftreten und in die Fußsohle ausstrahlen. Zur Unterstützung der Diagnose können elektroneurographische Untersuchungen (Nervenleitgeschwindigkeit, NLG, und Elektromyogramm, EMG) erwogen werden. Bei der Bildgebung empfiehlt es sich, einem Algorithmus zu folgen: Nativröntgen zur Beurteilung von Fehlstellungen, gefolgt von Sonographie und MRT.

Therapie

Die konservative Therapie mit Injektionen von Lokalanästhetika und Steroiden sowie das Tragen von bequemen, weiten Schuhen und Einlagen zur Entlastung des Fußgewölbes stellt die Therapie der ersten Wahl dar. Sollten die Beschwerden trotz dieser Behandlung weiterhin bestehen, erfolgt eine operative Dekompression durch Freilegen des Nervs unter dem Retinaculum flexorum.

Spreizfuß

Was ist ein Spreizfuß?

Bei einem Spreizfuß (Pes transverso-planus) sinkt das Fußquergewölbe unnatürlich weit ab. Die Ursachen sind äußere Faktoren wie Übergewicht oder falsches Schuhwerk (schwach ausgeprägtes oder fehlendes Fußbett).

Diagnose

Durch das Absinken des Quergewölbes werden die Mittelfußköpfchen schwer belastet. Die Folge sind Schmerzen und eventuell auch Verhornungsstörungen bis zur Bildung von Hühneraugen (Clavus). Durch die Änderung der Belastung und damit der Biomechanik können auch die Zehen in Mitleidenschaft gezogen werden. Durch die Veränderung der Sehnen-Zugrichtung im Fuß können sich schief stehende Großzehen (Hallux valgus) oder Kleinzehen (Digitus quintus varus) entwickeln.

Therapie

Im frühen Kindesalter wird mittels Fußgymnastik eine Kräftigung der Fußmuskulatur angestrebt. Dabei sollte stets sowohl die extrinsische (am Unterschenkel entspringende, am Fuß ansetzende) als auch die intrinsische (am Fuß entspringende und dort ansetzende) Fußmuskulatur trainiert werden. Dies sollte auch bei Erwachsenen – neben Einlagen mit Quergewölbestützen, die die Mittelfußköpfchen entlasten – forciert werden. Einlagen allein bewirken eine rein passive Korrektur und daher keinen nachhaltigen Effekt.

Führen diese konservativen Therapien nicht zur gewünschten Druckentlastung, stehen verschiedene Operationsverfahren (Mittelfußosteotomien) zur Wahl, bei denen ein oder mehrere Knochen gezielt durchtrennt werden, um Fehlstellungen zu korrigieren. Nach der Operation erhalten die Patienten üblicherweise Spezialschuhe (Rathgeber- bzw. Vorfußentlastungsschuhe), die meist sechs Wochen getragen werden. Zu erwähnen ist, dass nach allen fußchirurgischen Eingriffen in den ersten Monaten eine gewisse Schwellneigung besteht.

Knickfuß & Senkfuß

Was ist ein Knickfuß oder Senkfuß?

Beim Knicksenkfuß (Pes planovalgus) muss zwischen der harmlosen, physiologischen Fußfehlhaltung bei Kleinkindern und der krankhaften (pathologischen) Form bei Jugendlichen oder Erwachsenen unterschieden werden. Aufgrund eines Fettpolsters am Fußlängsgewölbe kommt es im frühen Kindesalter sehr häufig zu einer X-Stellung der Ferse (Knickfuß) und zu einer Abflachung des Fußlängsgewölbes (Senkfuß), was in diesem Alter durchaus normal ist. Durch Muskelschwäche, Übergewicht, X-Bein-Stellung des Kniegelenkes, zu wenig Halt der Bänder oder genetische Veranlagung kann die Fehlhaltung allerdings mit zunehmendem Lebensalter in eine echte Deformität übergehen.

Diagnose

Kinder und Jugendliche klagen anfangs nur selten über Fußschmerzen. Bei Erwachsenen bzw. bei der krankhaften Form treten Beschwerden meist an der Fußinnenseite entlang der Tibialis-posterior-Sehne auf; die Schmerzen können in den Unterschenkel und in die Fußsohle ausstrahlen. Die Untersuchung erfolgt im Gehen, Stehen und Liegen, wobei auch auf den Zehenspitzenstand und die Beweglichkeit der Fußgelenke geachtet wird. Sind die Veränderungen so weit fortgeschritten, dass eine Korrektur nicht mehr möglich ist, spricht man von einem rigiden Knicksenkfuß; bei der flexiblen Form ist eine radiologische Abklärung nicht zwingend.

Therapie

Der kindliche Knicksenkfuß hat in der Regel eine sehr gute Prognose. Unterstützend können Einlagen verschrieben werden, wobei der wesentlich wichtigere Therapiepfeiler die aktive Fußgymnastik ist. Empfohlene Übungen sind Barfußgehen, Zehenspitzenlaufen, Kreisen des Fußes sowie Beugung und Streckung der Zehen. Bei Erwachsenen können ebenfalls Einlagen verordnet werden, wobei auch hier eine entsprechende Schulung und Fußgymnastik erfolgen sollte. In schweren Fällen kann eine Schuhzurichtung oder ein orthopädischer Maßschuh notwendig werden. Operative Therapien sind bei Kindern nur selten notwendig; bei Erwachsenen wird zunächst konservativ vorgegangen, bei flexiblen Formen kann im weiteren Verlauf ein Eingriff an der Tibialis-posterior-Sehne durchgeführt werden.

Hammer- & Krallenzehen

Was sind Hammerzehen?

Besteht eine fixierte Beugung des Zehenendgelenks bei gestrecktem Grundgelenk, wird dies als Hammerzehe bezeichnet, da die Zehenstellung an einen Hammer erinnert. Vereinfachend werden auch Beugefehlstellungen der Mittelgelenke häufig als Hammerzehe bezeichnet. Eine Überstreckung im Grundgelenk bei gebeugten Mittel- und Endgelenken stellt die Abgrenzung zur Krallenzehe dar. Die Krallenzehe, auch Klauenzehe genannt, hat bei normalem Auftritt keinen Kontakt zum Boden.

Diagnose

Die Diagnose wird zumeist rein klinisch gestellt. Häufig treten diese Fehlstellungen in Kombination mit anderen Fehlstellungen wie z. B. dem Senk-Spreizfuß auf. Ergänzend werden zumeist Röntgenaufnahmen in zwei Ebenen im Stehen angefertigt.

Therapie

Neben lokalen Behandlungen der Hornhautschwielen (Clavustherapie) und der Fehlstellung (Redression) werden Hammer- und Krallenzehen meist operativ behandelt. Hammerzehen werden zumeist mittels einer Resektions-Arthroplastik nach Hohmann behandelt. Bei Krallenzehen muss zusätzlich die Fehlstellung im Zehengrundglied behoben werden, was zumeist mittels einer Strecksehnenverlängerung und einer streckseitigen Kapseleröffnung (Kapsulotomie) erreicht werden kann. Die Nachbehandlung erfolgt mittels Zügelungsverband und Spezialschuh, der je nach Eingriff und Knochenqualität meist zwei bis vier Wochen getragen wird.

Hallux valgus

Was ist ein Hallux valgus?

Beim Hallux valgus kommt es zu einer verstärkten seitlichen Auslenkung der Großzehe nach außen (lateral). Meist tritt diese Fehlstellung in Kombination mit einem nach innen gerichteten ersten Mittelfußknochen (Metatarsus primus varus) auf. Genetische Faktoren, falsches Schuhwerk, ein bestehender Senk-Spreizfuß sowie Übergewicht begünstigen diese Fehlstellung. Dadurch kommt es häufig zu einem Schuhkonflikt mit Druckstellen und Schleimbeutelentzündungen über dem Gelenk. Bei starken Fehlstellungen können Konflikte mit der zweiten Zehe auftreten.

Diagnose

Die Diagnose wird zunächst klinisch gestellt. Zur Bestimmung des Ausmaßes der Fehlstellung werden zudem Vorfußröntgen im Stehen im seitlichen und dorsoplantaren Strahlengang angefertigt.

Therapie

Zunächst sollte der ursächliche Spreizfuß mittels Einlagen behandelt werden. Spezielle Hallux-valgus-Nachtlagerungsschienen können korrigierend wirken, solange sie getragen werden, allerdings ist dieser Effekt in der Regel nicht von Dauer. Bei stark ausgeprägten Beschwerden empfiehlt sich daher die Operation. Bei der operativen Therapie stehen je nach Ausmaß der Großzehenfehlstellung verschiedene Eingriffe zur Verfügung. Das Ausmaß wird in erster Linie mit dem Hallux-valgus-Winkel und dem Intermetatarsalwinkel bestimmt. Bei geringeren Formen reicht eine distale Korrektur; je höher das Ausmaß der Fehlstellung, desto körpernäher muss die knöcherne Korrektur erfolgen. Die Nachbehandlung richtet sich nach dem Ort der Korrektur – von einem Rathgeberschuh über einen Vorfußentlastungsschuh bis hin zu einem Unterschenkelgips bei körpernahen Umstellungen.

Hallux rigidus

Was ist ein Hallux rigidus?

Der Hallux rigidus umschreibt die Arthrose des Großzehengrundgelenkes. Ursächlich kommen neben Verletzungen und Überbelastungen vor allem Rheuma und Gicht in Frage. Im Anfangsstadium, in welchem durch knöcherne Anbauten streckseitig in erster Linie das Abrollen erschwert ist und noch keine nennenswerten Schmerzen beim Gehen bestehen, spricht man gelegentlich auch vom Hallux limitus.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt in erster Linie klinisch. Das Großzehengrundgelenk ist oft verdickt und gelegentlich gerötet. Durch knöcherne Anbauten – vor allem streckseitig über dem ersten Mittelfußköpfchen – kommt es zu einer Einschränkung des Abrollvorganges. Betroffene entwickeln in der Folge meist einen charakteristischen Schongang, indem sie vermehrt über den Fußaußenrand abrollen. Später kommen belastungsabhängige Schmerzen beim Gehen und Ruheschmerzen hinzu. Ergänzend werden Röntgenaufnahmen des Vorfußes im Stehen in zwei Ebenen angefertigt.

Therapie

Im Anfangsstadium reichen konservative Maßnahmen aus. Diese beinhalten lokal abschwellende Maßnahmen wie Kälteanwendungen und Salbenverbände, schmerz- und entzündungshemmende Medikamente sowie Physiotherapie bzw. manuelle Therapie zur Verbesserung der Beweglichkeit. Initial können Schuheinlagen bzw. eine Rigidusfeder den Abrollvorgang erleichtern.

Nur wenn all diese Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg führen, sollte eine Operation angedacht werden. Im Frühstadium wird eine Cheilektomie durchgeführt, bei der der streckseitig überstehende Knochenhöcker entfernt wird. Bei stärkerer Abnützung stehen in der Regel drei Operationsverfahren zur Verfügung: die Resektionsarthroplastik nach Keller-Brandes, die Gelenkversteifung (Arthrodese) oder der endoprothetische Gelenkersatz. Die am häufigsten angewandte und dadurch bewährteste Methode ist die Versteifung des Großzehengrundgelenkes.

Haglundexostose

Was ist eine Haglundexostose?

Die Haglundexostose beschreibt eine höckerartige Erhöhung und Verbreiterung des Fersenbeins unmittelbar vor dem Achillessehnenansatz.

Diagnose

Klinisch imponiert die Ferse meist verdickt und druckschmerzhaft. Durch die Verdickung kommt es meist zusätzlich zu einem Schuhkonflikt, was den schmerzhaften Prozess negativ beeinflussen kann.

Therapie

Anfangs ist eine konservative Therapie mit entzündungshemmenden Maßnahmen und entsprechendem Schuhwerk zur Druckentlastung empfehlenswert. Eine Erhöhung des Absatzes mit einem Gelkissen oder einer Puffereinlage kann den Druck des Höckers auf die Achillessehne reduzieren. Absatzerhöhungen sollten allerdings nicht zu lange angewandt werden, da es ansonsten zu einer Verkürzung der Achillessehne kommt. Zusätzlich können physikalische Maßnahmen sowie eine Stoßwellentherapie angedacht werden. Bei anhaltenden Beschwerden nach Ausschöpfen der konservativen Maßnahmen kann eine Abtragung des Überbeins erwogen werden.

Fersensporn

Was ist ein Fersensporn?

Ein Fersensporn (Plantarfasziitis) ist ein fußsohlenwärts gelegener knöcherner Sporn des Fersenbeines. Ursächlich kommt es durch Überlastung und Reizung der Plantarfaszie durch Zug zur Bildung eines sogenannten Traktionsosteophyten. Der knöcherne Sporn stellt also nur das Ergebnis der Sehnenentzündung (Tendinitis) und nicht deren Ursache dar – er beschreibt lediglich die Spitze des Eisbergs. Begünstigend wirken Übergewicht, zu hartes Schuhwerk, Überbelastung wie häufiges, langes Stehen, eine Abflachung des Fußlängsgewölbes (Knicksenkfuß) sowie eine Verkürzung der Wadenmuskulatur.

Diagnose

Typische Symptome sind starke Schmerzen nach Belastung, wobei anfangs vor allem die ersten Schritte nach längerem Stehen oder Sitzen schmerzhaft sind. In der klinischen Untersuchung zeigt sich eine Druckschmerzhaftigkeit der Fußsohle im Bereich der Ferse. Die Diagnose wird letztendlich durch das Röntgen bestätigt. Das Ausmaß der Beschwerden korreliert nicht mit der Größe des Fersensporns; nicht selten zeigt sich im Röntgen gar keine Spornbildung, jedoch lässt sich dann meist eine Verdickung der Plantarfaszie im Ultraschall darstellen.

Therapie

Eine Behandlung sollte nur dann erfolgen, wenn Beschwerden bestehen. Wichtig ist es, die Therapie möglichst ursachenbehebend zu gestalten: Bei Übergewicht sollte Gewicht reduziert, bei zu hartem Schuhwerk auf weicheres umgestellt werden. Bei begleitenden Fehlstellungen wie dem Knicksenkfuß können neben der Stärkung der Muskulatur auch passive Maßnahmen wie Einlagen verordnet werden. Weiters können Infiltrationen sowie physikalische Therapien durchgeführt werden; auch manuelle Therapie, insbesondere Faszientechniken, kann hilfreich sein. Eine weitere vielversprechende Therapiemöglichkeit ist die extrakorporale Stoßwellentherapie. Eine operative Entfernung des Fersensporns ist nur bei therapieresistenten Verläufen angezeigt. Leider ist eine schnelle Genesung nur selten zu erreichen, was sowohl Patienten als auch dem betreuenden Arzt Geduld abverlangt.

Achillessehnenriss

Was ist ein Achillessehnenriss?

Die Achillessehne ist eine der kräftigsten Sehnen des menschlichen Körpers. Sie stellt die sehnige Verbindung zwischen Wadenmuskulatur und Fersenbein dar. Die häufigste Rissstelle liegt etwa 4 bis 6 Zentimeter oberhalb ihres Ansatzes am Fersenbein. Die Achillessehne kann komplett oder auch nur teilweise reißen. Ursächlich kommt es vor allem bei Sprint- und Sprungbelastungen (Stop-and-Go-Sportarten), seltener auch durch ein direktes Trauma, zu Rissbildungen. In den meisten Fällen bestehen Vorschädigungen (Mikrorisse) oder degenerative Veränderungen der Achillessehne, welche dann bei einer abrupten Belastung zu einer kompletten Ruptur führen können. Eine gesunde Sehne reißt fast nie.

Klinik und Diagnose

Initial berichten Patienten meist über ein knallartiges Geräusch, welches häufig als „Schnalzer“ beschrieben wird. Zudem verspüren die meisten Patienten stechende Schmerzen. Der aktive Zehenstand ist bei einer Komplettruptur in der Regel nicht mehr möglich. Bei der klinischen Untersuchung zeigt sich zudem eine tastbare Delle unmittelbar über dem Achillessehnenansatz am Fersenbein. Von Seiten der Bildgebung stellt die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) die Methode der Wahl dar, da sie neben der Darstellung des Risses auch eine dynamische Untersuchung erlaubt. Ergänzend wird eine Röntgenuntersuchung durchgeführt; vor einer etwaigen Operation empfiehlt sich zudem eine MRT.

Therapie

Frische Rupturen sollten nach initialer Abschwellung möglichst rasch operativ versorgt werden. Ist eine Operation aufgrund von Kontraindikationen nicht möglich, kann auch eine konservative Therapie mittels Gips erwogen werden – diese kann in geübter Hand sehr gute Erfolge erbringen, bedarf allerdings einer engmaschigen Nachsorge. An Operationstechniken stehen die offene End-zu-End-Sehnennahttechnik oder minimal-invasive perkutane Nahttechniken zur Verfügung.

Nach der Operation wird ein Unterschenkelgips in 20- bis 30-grädiger Spitzfußstellung bis zur gesicherten Wundheilung angelegt. Im weiteren Verlauf kann die Spitzfußstellung sukzessive zurückgenommen werden. Bei kooperativen Patienten kann die weitere Nachbehandlung gipsfrei mittels eines speziellen Stiefels erfolgen. Die Dauer der Ruhigstellung beträgt üblicherweise sechs bis acht Wochen. Regelmäßige sportliche Belastung sollte frühestens ab dem vierten Monat erfolgen; Stop-and-Go-Sportarten sowie wettkampfmäßiges Training sind frühestens nach sechs, meist allerdings erst nach neun Monaten anzuraten.

Häufige Fragen

Für einen Termin als Wahlarztpatient:in ist keine Überweisung erforderlich – Sie können direkt einen Termin vereinbaren. Für bestimmte Untersuchungen kann eine Zuweisung sinnvoll sein; das besprechen wir individuell im Rahmen der Ordination.

In den allermeisten Fällen reichen konservative Maßnahmen aus, um Fußbeschwerden zu lindern oder zu lösen – unterstützend können Einlagen oder Orthesen erforderlich sein. Erst wenn konservative Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg bringen, werden operative Eingriffe erwogen.

Bringen Sie bitte vorhandene Befunde sowie Röntgen- oder andere Bilder Ihres Fußes mit, außerdem eine Liste Ihrer aktuellen Medikamente.

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